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Deutsche Doggen
Um es vorweg zu nehmen, der oft
gepriesene jahrtausende alte Stammbaum der Dogge, wie auch der anderer
Hunderassen, muss in das Reich der Märchen verwiesen werden. Es gibt zwar
Abhandlungen wonach die Dogge ihren Ursprung in der Tibetdogge, altassyrischen
Dogge oder den antiken Molossosern haben soll und durch Alexander den Großen
nach Europa gekommen sein soll, doch fest steht, dass der Rassestandart erst
1880 vom Deutschen Doggen Club exakt fest gelegt wurde und auch ein Zuchtbuch
geführt wurde. Dies war allerdings der erste Rassestandart einer Hundeart. Fest
steht auch, dass die Dogge in Griechenland heute noch als Molossoser bezeichnet
wird.
Die eigentliche züchterische Entstehung geht in etwa dreihundert Jahre zurück.
Als erwiesene Vorfahren gelten die großen europäischen Hatzhunde. Sie entstanden
im 16 und 17 Jahrhundert in den feudalen europäischen riesen Jagten, und wurden
gerne als Geschenk von Könighaus zu Könighaus verwendet. Besonders die
englischen Zuchten erfreuten sich großer Beliebtheit. Mit der steigenden
Beliebtheit des Schießpulvers verloren sie aber an Bedeutung bei der Jagt. Zu
dieser Zeit wurden auch verschiedene Windhundrassen eingezüchtet, wodurch die
elegante Erscheinung der Dogge entstand. Einer der bekanntesten Doggenhalter war
Fürst Otto von Bismarck, der über sechzig Jahre Doggen hatte und auch immer von
Einer oder mehreren Doggen begleitet wurde. Über ihn und seine Doggen gibt es
viele Anekdoten und der Hund kam zu dem Namen "Reichshund". Bei seinem Schloss
Friedrichsruh gibt es heute noch einen Friedhof wo seine Doggen mit Grabstein
begraben sind.
Anlässlich der ersten Hundeausstellung 1863 in Hamburg-Altona erschienen
fünfzehn Doggen. Acht als Dänische Doggen gemeldet sieben als Ulmer Doggen. Die
Ulmer Doggen waren gefleckt und wurden auch als Tigerdoggen bezeichnet, da sie
häufig in einem Zwinger mit Tigern gehalten wurden. Auf den Ausstellungen 1869
und 1876 in Hamburg und 1879 in Hannover wurde immer noch in diesen
Unterteilungen gerichtet. Zu der Rassebezeichnung Dogge kam es 1880 in Berlin
anlässlich einer Richterversammlung unter dem Vorsitz von Dr. Bodinus. Am Anfang
wurde die Zucht noch von einzelnen Persönlichkeiten wie Max Hartenstein aus
Plauen, Zwingernamen "Plavia", Herrn Messter aus Berlin und Herrn Ulrich aus
Süddeutschland stark geprägt. Aber auch die Österreicher mischten stark mit. Die
Hündin "Grille" galt über viele Jahre als die schönste blaue Hündin weltweit. In
der Folgezeit wurden Doggenclubs in ganz Europa gegründet, heute gibt es sie auf
der ganzen Welt.
Allgemeines: Die Deutsche Dogge ist ein sehr liebevoller eleganter Familienhund,
der Kinder aber auch andere Lebewesen wie Katzen etc liebt. Die Haltung ist
trotz ihrer Größe auch in einer Wohnung möglich. Allerdings sollte eigentlich
immer eine Bezugsperson anwesend sein das sie sehr anhänglich ist und den
Besitzer am liebsten auf Schritt und tritt begleitet.
KOPF: OBERKOPF:
SCHÄDEL:
In Harmonie zur Gesamterscheinung, lang gestreckt, schmal, markant,
ausdrucksvoll, fein gemeißelt (besonders die Partie unter den Augen), die
Augenbrauenbögen gut entwickelt, ohne jedoch hervorzutreten. Der Abstand von der
Nasenspitze zum Stop und vom Stop zum schwach ausgeprägten Hinterhauptbein soll
möglichst gleich sein. Die oberen Linien von Fang und Schädel sollen parallel
verlaufen. Von vorne gesehen muss der Kopf schmal erscheinen, wobei der
Nasenrücken möglichst breit und die Backenmuskeln nur leicht angedeutet sein
sollen, keinesfalls stark hervortretend.
STOP:
Deutlich betont.
GESICHTSSCHÄDEL:
NASENSCHWAMM:
Gut ausgebildet, mehr breit als rund und mit großen Öffnungen. Er muss schwarz
sein, mit Ausnahme bei schwarz-weiß gefleckten Doggen. Bei diesen ist eine
schwarze Nase erwünscht und eine schwarz gefleckte oder fleischfarbene zu
tolerieren. Bei blauen Hunden ist die Nase anthranzitfarbig (aufgehelltes
Schwarz).
FANG:
Soll tief und möglichst rechteckig sein. Gut erkennbare Lefzenwinkel. Dunkel
pigmentierte Lefzen. Bei schwarz-weiß gefleckten Doggen sind unvollständig
pigmentierte oder fleischfarbene Lefzen zu tolerieren.
KIEFER / ZÄHNE:
Gut ausgebildete, breite Kiefer. Kräftiges, gesundes und vollständiges
Scherengebiss (42 Zähne gemäß der Zahnformel).
AUGEN:
Mittelgroß mit lebhaftem, klugem, freundlichem Ausdruck, möglichst dunkel,
mandelförmig mit gut anliegenden Lidern. Bei blauen Doggen sind etwas hellere
Augen zulässig. Bei schwarz-weiß gefleckten Doggen sind helle oder Augen von
unterschiedlicher Farbe zu tolerieren.
OHREN:
Von Natur aus hängend, hoch angesetzt, von mittlerer Größe, vordere Ränder an
den Backen anliegend.
HALS:
Lang, trocken, muskulös. Gut ausgebildeter Ansatz, sich zum Kopf hin leicht
verjüngend mit geschwungener Nackenlinie. Aufgerichtet getragen, dabei etwas
schräg nach vorne geneigt.
KÖRPER:
Widerrist:
Der höchste Punkt des kräftigen Körpers. Er wird gebildet durch die
Schulterblattkämme, die die Dornfortsätze überragen.
Rücken:
Kurz und straff, in annähernd gerader Linie geringfügig nach hinten abfallend.
Lenden:
Leicht gewölbt, breit, kräftig bemuskelt.
Kruppe:
Breit, stark bemuskelt, vom Kreuzbein zum Rutenansatz hin leicht abfallend und
unmerklich mit dem Rutenansatz verlaufend.
Brust:
Bis zu den Ellenbogengelenken reichend. Gut gewölbte, weit zurückreichende
Rippen. Brust von guter Breite, mit ausgeprägter Vorbrust.
Untere Profillinie und Bauch:
Bauch nach hinten aufgezogen, mit der Unterseite des Brustkorbes eine schön
geschwungene Linie bildend.
RUTE:
Bis zum Sprunggelenk reichend. Hoch und breit angesetzt, sich zum Ende hin
gleichmäßig verjüngend. In der Ruhe mit natürlichem Schwung herabhängend, in der
Erregung oder in der Bewegung leicht säbelartig getragen, doch nicht wesentlich
oberhalb der Rückenlinie. Bürstenrute nicht erwünscht.
GLIEDMASSEN VORDERHAND:
Schultern:
Kräftig bemuskelt. Das Schulterblatt, lang und schräg liegend, bildet mit dem
Oberarm einen Winkel von etwa 100 bis 110 Grad.
Oberarm:
Kräftig und muskulös, gut anliegend, sollte etwas länger als das Schulterblatt
sein.
Ellenbogen:
Weder aus- noch einwärts drehend.
Unterarm:
Kräftig, muskulös, von vorne und von der Seite gesehen völlig gerade.
Vorderfußwurzelgelenk:
Kräftig, stabil, sich nur unwesentlich von der Struktur des Unterarms abhebend.
Vordermittelfuß:
Kräftig, von vorne gesehen gerade, von der Seite gesehen nur gering nach vorne
gerichtet.
Vorderpfoten:
Rundlich, hoch gewölbt mit eng anliegenden Zehen (Katzenpfoten). Krallen kurz,
stark, möglichst dunkel.
HINTERHAND:
Das gesamte Knochengerüst ist von starken Muskeln bedeckt, die die Kruppe, die
Hüfte und die Oberschenkel breit und abgerundet erscheinen lassen. Die
kräftigen, gut gewinkelten Hinterläufe stehen, von hinten gesehen, parallel zu
den Vorderläufen.
Oberschenkel:
Lang, breit, sehr muskulös.
Knie:
Kräftig, nahezu senkrecht unter dem Hüftgelenk stehend.
Unterschenkel:
Lang, von etwa gleicher Länge wie der Oberschenkel, gut bemuskelt.
Sprunggelenk:
Kräftig, stabil, weder nach innen noch nach außen gerichtet.
Hintermittelfuß:
Kurz, kräftig, nahezu senkrecht zum Boden stehend.
Hinterpfoten:
Rundlich, hoch gewölbt mit eng anliegenden Zehen (Katzenpfoten). Krallen kurz,
stark, möglichst dunkel.
GANGWERK:
Harmonisch, geschmeidig, raumgreifend, leicht federnd, wobei sich die Läufe, von
vorne und von hinten gesehen, parallel bewegen müssen.
HAUT:
Straff anliegend, bei Einfarbigen gut pigmentiert. Bei schwarz-weiß gefleckten
Doggen entspricht die Pigmentverteilung überwiegend der Fleckung.
HAARKLEID:
Haar:
Sehr kurz und dicht, glatt anliegend, glänzend.
Farbe:
Die Deutsche Dogge wird in drei selbständigen Varietäten gezüchtet: Gelb und
Gestromt, Gefleckt und Schwarz, Blau.
Gelb:
Hellgoldgelb bis zum satten Goldgelb, schwarze Maske erwünscht. Nicht erwünscht
sind kleine weiße Abzeichen an Brust und Zehen.
Gestromt:
Grundfarbe Hellgoldgelb bis zum satten Goldgelb, mit schwarzen, möglichst
gleichmäßigen und klar gezeichneten, in Richtung der Rippen verlaufenden
Streifen; schwarze Maske erwünscht. Nicht erwünscht sind kleine weiße Abzeichen
an Brust und Zehen.
Schwarz-Weiß gefleckt (Sog. Tigerdoggen):
Grundfarbe rein weiß, möglichst ohne jede Stichelung, mit über den ganz Körper
gut verteilten, ungleichförmigen, zerrissenen, lackschwarzen Flecken. Nicht
erwünscht sind graue oder bräunliche Fleckenanteile.
Schwarz:
Lackschwarz, weiße Abzeichen sind zugelassen; hierzu zählen auch die
Manteltiger, bei denen das Schwarz mantelartig den Körper bedeckt und Fang,
Hals, Brust, Bauch Läufe und Rutenspitze weiß sein können, so wie Doggen mit
weißer Grundfarbe und großen schwarzen Platten (Plattenhunde).
Blau:
Rein stahlblau, weiße Abzeichen an Brust und Pfoten sind zugelassen.
GRÖSSE :
Widerristhöhe:
Bei Rüden mindestens 80cm, Bei Hündinnen mindestens 72cm
FEHLER:
Jede Abweichung von den genannten Punkten muss als Fehler angesehen werden,
dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Allgemeines Erscheinungsbild:
Mangelndes Geschlechtsgepräge, fehlende Harmonie, zu leicht, zu grob.
Wesen:
Mangelnde Selbstsicherheit, nervös, niedrige Reizschwelle.
Kopf:
Nicht parallel verlaufende Kopflinie, Apfelkopf, Keilkopf, zu wenig Stop, stark
ausgeprägte Backenmuskulatur.
Fang:
Spitz, mangelnde Belefzung, zu weit überhängende Lefzen (Flatterlippen).
Nasenrücken konkav (Sattelnase), konvex (Ramsnase) oder vorne abfallend
(Adlernase).
Kiefer / Zähne:
Alle Abweichungen vom vollständigen Gebiss (zu tolerieren ist nur das Fehlen der
PM1 im Unterkiefer): unregelmäßige Stellung einzelner Schneidezähne, soweit der
Gebissschluss überwiegend erhalten bleibt, zu kleine Zähne.
Augen:
Lose Lider, zu stark gerötete Bindehäute; helle, stechende, bernsteingelbe
Augen; wässerigblaue oder Augen von unterschiedlicher Farbe bei allen
Einfarbigen. Zu weit auseinander stehende Augen oder ,,Schlitzaugen",
vorstehende oder tiefliegende Augen.
Ohren:
Zu hoch oder zu tief angesetzt, seitlich abstehend oder flach anliegend.
Hals:
Kurzer, dicker Hals, Hirschhals, zuviel lose Kehlhaut oder Wamme.
Rücken:
Senkrücken, Karpfenrücken, zu langer Rücken, nach hinten ansteigende
Rückenlinie.
Kruppe:
Stark abfallend oder waagerecht gelagert. Rute: Zu starke, zu lange oder zu
kurze, zu tief angesetzte, zu hoch über der Rückenlinie, hakenförmig oder
geringelt getragene sowie seitlich abgedrehte Rute. Aufgeschlagene, am Ende
verdickte oder kupierte Rute.
Brustkorb:
Flache oder tonnenförmige Rippen, fehlende Brustbreite oder - tiefe, zu stark
hervortretendes Brustbein.
Untere Linie:
Zu wenig aufgezogene Bauchlinie; mangelhaft zurückgebildetes Gesäuge.
Vorderhand:
Nicht genügend gewinkelt. Leichte Knochen, schwach bemuskelt. Kein senkrechter
Stand.
Schultern:
Lose, überladen. Steilliegendes Schulterblatt.
Ellenbogen:
Lose, nach innen oder nach außen gedreht.
Unterarm:
Gebogen. Auftreibungen oberhalb des Vorderfußwurzelgelenks.
Vorderfußwurzelgelenk:
Aufgetrieben. Erheblich nachgebend oder überknickend.
Vordermittelfuß:
Zu schräg oder zu steil gestellt.
Hinterhand:
Zu offene oder zu geschlossene Winkelungen. Kuhhessiger, enghessiger oder
faßbeiniger Stand.
Sprunggelenk:
Aufgetrieben, instabil.
Pfoten:
Flach, gespreizt, lang, Afterkrallen.
Gangwerk:
Zu wenig raumgreifend, unfreie Aktion, häufiger oder ständiger Paßgang,
mangelnde Übereinstimmung zwischen Vorder- und Hinterhandaktionen.
HAAR:
Stockhaar, stumpfes Haar.
FARBE:
Gelb:
Gelbgraue, gelbblaue, isabell oder schmutzig-gelbe Farbe.
Gestromt:
Grundfarbe silberblau oder isabell, verwaschene Stromung.
Schwarz-Weiß gefleckt:
Blau-grau gestichelte Grundfarbe, größere gelb-graue oder blau-graue
Fleckenanteile.
Schwarz:
Gelb-, braun - oder blauschwarze Farbe.
Blau:
Gelb- oder schwarzblaue Farbe.
SCHWERE FEHLER:
Wesen:
Scheue.
Kiefer / Zähne:
Zangenbiß
Augen:
Ektropium, Entropium.
Rute:
Knickrute.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER:
Wesen:
Aggressivität, Angstbeissen.
Nase:
Leberfarbene Nase, Spaltnase.
Kiefer / Zähne:
Vorbiss, Rückbiss, Kreuzbiss
Farbe:
Gelbe und gestromte Doggen mit weißem Stirnstrich, weißem Halsring, weißen
Pfoten oder ,,Strümpfen" und weißer Rutenspitze. Blaue Doggen mit weißem
Stirnstrich, weißem Halsring, weißen ,,Strümpfen" oder weißer Rutenspitze.
Bei schwarz-weiß gefleckten Doggen:
Weiße ohne jedes Schwarz (Albinos) sowie taube Doggen; so genannte
Porzellantiger (diese zeigen vorwiegend blaue, graue gelbe oder auch gestromte
Flecken); sogenannte Grautiger (diese haben bei schwarzer Fleckung eine graue
Grundfarbe). Größe: Unter Mindestgröße.
NB: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die
sich vollständig im Hodensack befinden.
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